Ich

Freitag, 29. Oktober 2010

Niavaranis relevante Fragen

Michael Niavarani stellt seit einiger Zeit diversen B- bis D-Promis seine relevanten Fragen. Da ich jedoch allerhöchstens ein X- oder Y-Promi werde, werde ich von ihm in diesem Leben vermutlich nicht mehr gefragt werden. Ich bin aber so frei und frech, diese in Eigenregie und von ihm ungefragt zu beantworten.

Allgemein

Wie heißen Sie?

Meine virtuelle Identität ist PeZwo.


Wie geht es Ihnen?

Danke, danke. Ausgezeichnet.


Wie spät ist es?

08h25


Wie ist das Wetter?

Es ist bewölkt und kühl.


Wo sind Sie gerade?

Ich liege faul auf meiner Wohnzimmercouch herum.



Beruf

Was sind Sie von Beruf?

Ein Computerfritze, ein SAP-Entwickler.


Haben Sie an Ihrer Karriere gezielt gearbeitet, oder hat die Liebe für Ihre Arbeit zu Ihrer Karriere geführt?

Ich bin zufällig in diese Branche reingestolpert, habe eine Liebe zu ihr entwickelt und dann gezielt daran weiter gearbeitet.


Der ungerechtfertigte Erfolg eines Konkurrenten oder der eigene ungerechtfertigte Misserfolg - was ärgert Sie mehr und warum?

Der eigene Misserfolg. Ganz klar. Für den bin ich selbst verantwortlich.


Wie viel Prozent Ihres Jobs würden Sie auch gerne ausüben, wenn Sie dafür kein Geld bekämen?

50% meines Lebens. Die restlichen 50% meines Lebens würde ich dazu nutzen, irgendwie anders meinen Lebensunterhalt zu verdienen.



Leben

Sind Sie dort, wo Sie immer hinwollten?

Noch nicht ganz. Aber die Richtung, der Weg, das scheint zu stimmen.


Haben Sie noch ein großes Ziel (welches?), oder reicht Ihnen Ihr momentaner Status?

Ich bin gerade dabei, eines meiner ganz großen Ziele zu verwirklichen. Danach gibt es noch so manche Reiseziele, die ich vor mir habe.


Sind Sie eher glücklich oder eher unglücklich?

Glücklich. Und zwar deutlich.


Haben Sie manchmal das Gefühl, Sie müssten sich für Ihr Glück rechtfertigen? (Warum?)

Nein. Es gab auch andere Zeiten und ich habe mir mein jetziges Glück selbst erarbeitet und deswegen auch verdient.


Wenn alles gerade gut läuft in Ihrem Leben, haben sie dann Angst, dass Sie etwas davon verlieren könnten, oder genießen Sie Ihr Glück, egal, was danach kommen mag? Waren Sie schon immer so?

Ich genieße das Glück, egal was später kommen mag. Einer von den wenigen Vorteilen einer weniger glücklichen Zeit besteht in der Gewissheit, solche überstehen zu können.


Wenn Sie etwas wissen, was wenige Menschen wissen und was auf Ihre Bildung hinweist, müssen Sie das dann den Menschen unbedingt mitteilen?

Ich bin ein verkappter Lehrer und arbeite schon lange daran, nicht immer alle Menschen mit meinen Wissen zwanghaft zwangszubeglücken.


Haben Sie jemals in der Schule nicht aufgezeigt, obwohl Sie die Antwort wussten?

Ja. Weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass die Antwort von mir richtig ist.


Haben Sie in der Schule irgendetwas für Ihr Leben gelernt? Was?

Lesen, Schreiben, Rechnen und Englisch. Recht viel mehr dürfte es nicht sein.


Wenn Ihr Leben verfilmt würde, wie wäre der Titel dieses Films und wen wünschen Sie sich in der Hauptrolle?

Der Titel wäre "Mut zur Mittelmäßigkeit" und in der Hauptrolle wünsche ich mir Michael Niavarani*g*.


Was macht Sie trauriger? Träume, die noch immer unerfüllt sind, oder Träume, die vor langer Zeit schon in Erfüllung gegangen sind?

Die unerfüllten Träume. Jene, die ich mir erfüllt habe, machen mich stolz und sind abgehakt.


Wovor haben Sie mehr Angst: Vor dem Vorgang des Sterbens oder vor der Tatsache, dass sie danach tot sind? Warum?

Wenn überhaupt, dann wohl eher vor dem Vorgang. Ich möchte nicht mit irgendeiner Krankheit ewig lange dahin siechen.


Fürchten Sie sich manchmal vor Dingen mehr als notwendig? Hätten Sie gerne ihre Ängste mehr unter Kontrolle?

Die Dinge, vor denen ich mich fürchte, habe ich glücklicherweise unter Kontrolle.



Philosophie

Aus irgendeinem Grund (die gute Fee) müssen Sie sich zwischen diesen beiden Lebensweisen entscheiden: 1) Sie werden steinreich (mehrere Milliarden Euro) und bleiben sterblich. 2) Sie müssen mit 700 Euro im Monat auskommen und werden unsterblich. Wie entscheiden Sie sich und warum?

Ganz klar 1). Ich muss nicht unsterblich sein.


Besitzt der Mensch einen freien Willen? Was führen Sie als Beweis an?

Im Großen und Ganzen ja. Wenn uns gelegentlich etwas lenkt, dann unser Unterbewusstsein und nicht irgendeine diffuse höhere Macht.


Glauben Sie, dass Gott, oder eine andere Instanz, Sie lenkt, oder dass Sie Ihr Schicksal selbst gestalten?

Nein, ich glaube an keine Instanz. Ich glaube an den Zufall und in dem Rahmen, den dieser uns gibt, können wir selbst gestalten.


Haben Sie manchmal davor Angst, dass Sie sich für Ihr Handeln auf Erden irgendwann an einem anderen Ort verantworten müssen?

Nein. Ich muss es nur vor mir selbst verantworten, und zwar 5 Minuten vor dem Sterben.


Ich selbst bin sehr davon beeindruckt, dass der Buddhismus als einzige Weltreligion nicht missioniert. Warum, glauben Sie, ist das so?

Ich weiß es nicht. Aber genau das dürfte der Grund sein, warum mir trotz Religionsverweigerung diese Religion von allen doch noch am nächsten steht.


Ihr Kind hat einen Mord begangen. Sie haben die Möglichkeit, alle Indizien verschwinden zu lassen. Würden sie das tun?

Nein, auf keinen Fall.


Wie kommen wir der Wahrheit näher? Durch Nachdenken oder durch Nachforschen?

Zuerst Nachdenken. Und dann nachforschen, ob das richtig ist, über was wir nachgedacht haben.



Partnerschaft

Um Ihre Beziehung zu retten, würden Sie eher eine Paartherapie oder einen Romantikurlaub auf den Malediven buchen?

Bei ernsthaften Problemen würde ich die Paartherapie nehmen. Ein Maledivenurlaub dient mehr zur Vorbeugung als zur Problemlösung.


Wie groß ist der Unterschied zwischen Ihrem realen Sexualleben und Ihren sexuellen Fantasien? Sehen Sie eine Chance, diesen Abstand zu verkleinern?

Ich habe schon ein paar Mal in meinem Leben festgestellt, dass sich meine Fantasie steigern muss damit sie mithalten kann.*g*


Haben Sie schon einmal während des Sex geweint?

Nein.


Wenn Sie die Gewissheit hätten, mit einer bestimmten Person immer guten, aufregenden, gewagten Sex haben zu können – würden sie dafür auf Ihren Führerschein verzichten und stattdessen immer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren? Wenn nicht – was wäre ein fairer Deal?

Ja, eventuell. Wenn "Sie" dafür ein Auto hat und jederzeit den Chauffeur spielt*g*


Wie leicht fällt es Ihnen, mit einer attraktiven Frau/mit einem attraktiven Mann zu sprechen und sich dabei nicht vorzustellen, wie es mit ihr/ihm im Bett wäre?

Das wird mit steigenden Alter und Erfahrung ein immer kleineres Problem.


Glauben Sie, ist sich Ihr Gesprächspartner dessen bewusst?

Den meisten Frauen schon.



Politik

Halten Sie den Krieg für ein legitimes Mittel, um politische Ziele zu erreichen?
Ich halte Krieg für nicht legitim, aber in ganz wenigen Fällen leider für unvermeidbar.


In wie vielen Jahren wird es die erste österreichische Bundeskanzlerin geben?

Ich glaube nicht, dass ich dies noch erleben werde.


In wie vielen Jahren wird es den ersten österreichischen Bundeskanzler geben, der einen türkischen Nachnamen trägt?

Auch das werde ich nicht mehr erleben.


Wie erklären sie sich die Tatsache, dass es in jeder Gesellschaft einen rechten Rand gibt?

Der Mensch ist eben vielfältig... nicht nur in der Kultur sondern auch in seiner politischen Einstellung.



Zum Abschluss

Wie spät ist es jetzt?

Gesellschaftspolitisch gesehen? Fünf nach zwölf.


Welche Frage war Ihnen unangenehm?

Keine. Ich musste nur bei manchen Fragen etwas länger nachdenken.


Welche Frage möchten Sie mir stellen?

Das ist jetzt natürlich blöde, weil mich Michael Niawarani nicht wirklich interviewt hat. Also reiche ich diese Frage an meine Blogleser weiter.

Dienstag, 26. Oktober 2010

7 Tage

Das Ende meiner kleinen beruflichen Auszeit nähert sich mit riesigen Schritten. Genau heute in einer Woche habe ich den ersten Arbeitstag bei meinen neuen Dienstgeber.

Wenn ich so zurück denke, dann frage ich mich wirklich: "wo ist die Zeit hingekommen?". Wenn man den Krankenstand wegen meiner Augenoperation dazurechnet, bin ich seit 7 Wochen zuhause... nur unterbrochen durch meine letzte Arbeitswoche, wo ich mich von allen verabschiedet habe.

Langeweile ist in diesem Zeitraum nie aufgekommen. Nach einem Jahr Dauerpendeln zwischen Linz und Duisburg habe ich die Zeit in meinem Heim wirklich genossen. Meine Schwerpunkte lagen in der Renovierung der Küche und des Wohnzimmers sowie der Aufnahme meiner ersten CD. Ersteres war mittlerweile schon absolut notwendig, Zweiteres im Prinzip auch ;)

Meine letzte freie Woche werde ich in erster Linie zum Wiederauffrischen etwas vernachlässigter Kontakte und zum Vorantreiben meiner CD verwenden... denn ich bin mir sicher, dass mich mein neuer Job in den ersten Monaten massiv beanspruchen wird und ich in dieser Zeit kaum zu etwas anderen kommen werde.

Dienstag, 12. Oktober 2010

Alltag

Meine kleine (mühsam ausgehandelte) Auszeit zwischen Arbeitsstelle Alt und Arbeitsstelle Neu nähert sich der Halbzeit.

Langweilig ist mir definitiv nicht. Noch beschäftigt mich vorwiegend meine Wohungsrenovierung. Das Wohnzimmer ist zwar noch nicht völlig fertig, aber es ist (und wird) schon bewohnt. Die Küche hat noch das Stadium Baustelle. Ich muss noch einmal ausmalen, die restlichen alten Küchenkasterln entfernen und etwas putzen. Dann ist der Raum leer und bereit, nächste Woche am Mittwoch die neue Küche zu empfangen.

Dazwischen sitze ich vor meinem iMac und versuche, mit meiner geplanten CD voranzukommen und nehme meine Songs auf. Manchmal klappt es einigermaßen, manchmal ist es sehr mühsam. Wenn ich den vor mir liegenden Weg auf eine Marathondistanz umrechne, dann bin ich sicher erst auf den ersten Kilometern... trotzdem schnaufe und keuche ich manchmal beträchtlich. Dennoch - bin ich ganz fest entschlossen durch das Ziel zu laufen... egal wie lange die Laufzeit sein möge.

Donnerstag, 23. September 2010

The Times They Are Changing

Heute beginnt meine Lieblingsjahrszeit. Der Sommer ist mir oft zu heiß, der Winter zu kalt. Im Frühling plagen mich die Allergien, aber am Herbst habe ich nichts auszusetzen. Und die Zeit schreitet voran. Nicht nur, dass heute der Tag und die Nacht exakt die gleiche Länge haben... auch die Natur beginnt sich umzustellen.

Dieses Bild habe ich heute vor meiner Haustüre gemacht.
Herbst

Der Baum ist zur Hälfte noch grün, aber mit der anderen Hälfte schon gefärbt. Er bereitet sich auf die Veränderungen vor, er beginnt sich umzustellen und ist wie ein Synonym für mich.

Bald beginnt auch für mich die Zeit jener Veränderungen, die ich vor 3 Monaten in die Wege geleitet habe. Auch ich bereite mich seit einiger Zeit darauf vor.

Dienstag, 13. Juli 2010

Planen *)

Ich wuchs aufgrund der Erziehung meiner Eltern mit der fixen Meinung auf, dass sich Ziele setzen, Planen und diese Pläne konsequent umzusetzen die Voraussetzung dafür ist sein Leben erfolgreich zu bewältigen.

Das Leben jedoch führte mich in den 90-Jahren mit einer Frau zusammen, die diese unerschütterliche Ansicht ins Wanken brachte. Sie war das Gegenteil von mir... hochgradig emotional, lebte nur für den Augenblick und wechselte ihre Absichten und Ziele möglicherweise öfters als ihre Unterhosen. Somit ergaben sich die Rollen in unserer Beziehung mehr oder minder von selbst... ich war der Planende... der, der die Sachen alle im Griff hatte, alles managte und nicht wegen sondern trotz der unsteten Partnerin meistens alles korrekt schaukelte.

Es liegt auf der Hand, dass diese Beziehung nicht ewig gut gehen konnte und sie ging auch ewig nicht gut. Nach der Trennung war ich mir sehr sicher, dass sie ohne meine ordnende Hand untergehen würde.

Aber... Überraschung,Überraschung. Sie ging nicht unter. Ja, ihr Leben war voll Chaos, Siege und Niederlagen wechselten sich ständig ab, es war ein permanentes Auf und Ab... aber sie ging nicht unter... und das obwohl sie so ziemlich gegen jede Regel verstieß die ich von meinen Eltern mitbekommen hatte. Ich fragte mich ernsthaft warum ihr Leben trotzdem halbwegs klappte und mir wurde irgendwann klar warum sie nicht unterging.

Ich setze mir ein Ziel und mache entsprechende Pläne. Aber manchmal öffnen sich im Leben irgendwo unerwartet neue Türen. Ich beurteilte diese dann immer unter dem Gesichtspunkt meiner Planung... hilft mir diese offene Tür bei meinen Plänen oder nicht? Wenn Nein, dann ignorierte ich sie... was aus meiner Sicht eine durchaus logische Handlungsweise darstellt. Dies hat aber auch einen Nachteil. Es können bei diesen überraschenden Wegen auch sehr gute Chancen dabei sein. Da ich aber alles auch Sicht meiner Pläne beurteile, erkenne ich diese nicht bzw. lasse die Gelegenheit bewusst aus.

Aber jemand, der nicht plant und nur für den Augenblick lebt, ergreift solche Möglichkeiten. Stellt sich heraus, dass es doch nicht gut läuft wird blitzartig alles liegen und stehen gelassen und die nächste offene Tür wird angesteuert. Und damit ergriff sie jene Chancen, die ich liegen gelassen hätte. Wie mir demonstriert wurde, kann man durchaus auch so leben.

Diese Erkenntnis bewirkte in meiner Einstellung Änderungen. Erstens sagte ich nicht mehr, dass gezieltes und planvolles Vorgehen das einzig Richtige im Leben ist. Ich sage seit dem, dass dies die für mich richtige Vorgangsweise ist (das ist ein großer Unterschied!).

Und zweitens wurden mir die Schwächen einer planvollen Vorgehensweise bewusst. Seit dem bin ich ein Anhänger der alten Bauernweisheit "Planung ersetzt den Zufall durch Irrtum". Man kann mangels Informationen oft nicht gut genug Planen, damit immer alles mit Sicherheit funktioniert. Außerdem können sich zwischen Plan und Ausführung Dinge verändert haben, so dass der Plan nicht mehr korrekt ist. Somit überprüfe ich ständig meine Pläne und passe regelmäßig an.

Es ergaben sich daraus unerwartete positive Nebeneffekte: indem ich die Exaktheit meiner Planung herabsetzte und der Spontanität einen Raum gab, setzte ich nicht mehr selbst so unter Druck wie früher. Ich fühlte mich nicht mehr schuldig oder unfähig, nur weil ich meinen ursprünglichen Plan nicht mehr nach Strich und Faden exakt ausführte. Ich erkannte, dass zwar das Ziel wichtig ist... der Weg dorthin kann aber durchaus variabel sein.



*) inspiriert von einem Fly-Beitrag *g*.

Montag, 10. Mai 2010

Kreativität

Als ich kürzlich jammerte, dass ich schon lange keinen Song mehr geschrieben habe, fragte mich jemand was passieren muss damit meine Kreativität "gestartet" wird.

Ich weiß es nicht genau. Aber ich habe den Verdacht, dass ich mich ziemlich einsam und verlassen fühlen muss. Wohlgemerkt, ich muss es nicht wirklich sein. Ich muss mich nur so fühlen.

Ich denke, jeder muss für sich selbst rausfinden, wie bei ihm die Bedingungen sein müssen (bzw. auf gar keinen Fall sein dürfen) damit die "Maschine" ins Laufen kommt. Wobei man sich immer darüber im klaren sein muss, dass die dabei gefundenen Regeln oft oder meistens gelten... aber niemals immer.


Eine der Bedingungen, auf die ich reagiere, sind Menschen, die mich zum Nachdenken bringen ... die aus irgendwelchen Gründen welche ich gar nicht so genau wissen will irgendetwas in mir bewegen ... die in irgendeiner Form anders sind als andere ... auf die ich reagiere ... und besonders dann, wenn dies ganz unvermutet und unerwartet kommt.


Dann beginnt mein Kopf von selbst zu arbeiten und zu produzieren. Ich kann dies dann oft kaum mehr steuern. Meistens bin ich dann am aktivsten, wenn ich mich die jeweilige Situation nicht sehr fordert oder ich sogar etwas gelangweilt bin. Somit ist es auch auch schon oft genug passiert, dass solche Kreativitätsschübe in denkbar ungeeigneten Situationen passieren, wie berufliche Besprechungen, Schulungen, während Reden gehalten werden usw. Da laufen in meinem Kopf manchmal ganze Symphonien ab. Leider bin ich aber in diesen Momenten nicht in der Lage dies irgendwie aufzuzeichnen. Und wenn diese momentane Stimmung weg ist, ist auch die Melodie weg und kommt meistens nie mehr zurück. Leider fehlt mir das Genius eines Mozart oder Beethoven um solche Ideen auch umsetzen zu können.

Freitag, 7. Mai 2010

Ein sentimentaler Flug

Die Nase hebt sich, der Flieger hebt ab. Die Regentropfen beginnen außen über das Kabinenfenster zu laufen und das oberhalb schwebende und drohend wirkende Dunkel kommt rasch näher. Als das Flugzeug gleich darauf die dichten schwarzen Regenwolken von unten her penetriert, beginnt es sich zu schütteln. Dies wirkt jedoch nicht wie Abscheu sondern viel mehr als wie eine freudige Erwartung auf die Welt oberhalb.

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Ca. 10 Minuten später hat sie es geschafft. Die Maschine hat die dunkle Welt der Morlocks verlassen und betritt die helle und freundliche Welt der Eloi. Blauer Himmel und die untergehende Sonne ober uns, ein flauschig aussehender Wolkenboden unter uns.
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Nun kehrt Ruhe ein, sowohl im Flugzeug als auch in mir. Die Stewardessen beginnen mit ihrer routinemäßigen Arbeit. Sie verteilen Getränke und Süßigkeiten. Meine getrübte Stimmung beginnt sich zu heben. "Über den Wolken, muss die Freiheit wohl grenzenlos sein"... in meinem Kopf beginnt mein innerer Radio ausgerechnet diesen ausgelutschten und in diesem Moment kitschig wirkenden Song zu spielen. Je mehr ich versuche, die Melodie abzustellen, desto mehr setzt sie sich in meinem Kopf fest.

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Der Watte-Boden ist nicht eben. Er beginnt sich zu formen, er hebt sich und senkt sich, bildet Figuren, baut Mauern und Schlösser, gepaart mit Löcher, Öffnungen direkt zu der darunter liegenden Welt der Morlocks.

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Über Lautsprecher sind ein paar freundliche Worte jenes Mannes zu hören, in dessen Händen sich derzeit mein Leben befindet. Der Kapitän teilt uns erst auf Deutsch und dann auf Englisch ein paar technische Details über unseren Flug mit. Gleich danach spüre ich einen ganz leichten Schwindel und weiß, was dies bedeutet. Ab nun verlassen wir das ruhige, freundliche und sonnige Reich der Eloi. Der Abstieg zurück ins Reich der Morlocks, bestehend aus Regen, Wind und Kälte, hat begonnen.

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Die Wolken unter mir verändern sich. Aus dem Wattebaueschen werden Türme und Berge. Das Flugzeug sinkt ihnen immer weiter entgegen. Je näher wir ihnen kommen, desto mehr erkenne ich dass es sich eigentlich um Eisberge handelt.

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Wir bewegen uns wie die Titanic direkt auf sie zu, gleiten eine zeitlang an ihren Rändern entlang um dann ihn sie einzutauchen. Die Maschine beginnt sich wieder zu schütteln und es rumpelt. Diesmal scheint sich der der Flieger gegen die Rückkehr in das Reich der Morlocks zu wehren. Es hilft alles nichts. Wenige Minuten später gleitet er über die Felder um sicher auf der Landebahn aufzusetzen.

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Der gleich darauf einsetzende Umkehrschub der Triebwerke lässt die Maschine noch ein letztes Mal laut und verzweifelt aufheulen, um dann resignierend zur "Parking Position" zu rollen. Das ist das unspektakuläre Ende dieses sentimentalen Fluges.

Mittwoch, 24. Februar 2010

Flugangst

Hier in Duisburg lerne ich bei meinem Kunden immer mehr Mitarbeiter kennen. Sie erkennen an meiner Aussprache, dass ich kein Deutscher bin und bald werde ich auf meine Herkunft angesprochen. Irgendwann bekommen sie mit, dass ich nicht - wie erwartet - hier lebe sondern regelmäßig mit dem Flugzeug pendle. Dies sorgt immer wieder für Erstaunen.

"Haben sie denn gar keine Flugangst?"

Bei dieser Frage muss ich immer lächeln. Meistens antworte ich mit einem alten Schmäh: "Es ist noch nie jemand oben geblieben".

Dann und wann hört oder liest man in den Nachrichten, dass irgendwo auf dieser Welt ein Flugzeug abgestürzt ist. Richtig. Aber... genau das beruhigt mich. Wenn ich am Flughafen sitze und aus dem Fenster sehe, dann starten und landen permanent Flugzeuge. So ist das den ganzen Tag und nicht nur auf dem Flughafen, sondern auf auf ganzen Welt ist das so. Jedes Mal, wenn ein Flugzeug abstürzt oder etwas anderes passiert, dann erfahre ich durch die Medien davon. Eigentlich sollte in Anbetracht des regen Flugbetriebes viel mehr passieren.

Oder anders formuliert, wenn tödliche Autounfälle weltweit medial genau so behandelt werden würde wie Flugzeugabstürze, dann hätten wir täglich doppelt so dicke Zeitungen.


Nein, ich habe wirklich keine Flugangst. Ich sitze sehr entspannt im Flugzeug und vertiefe mich meistens in ein Buch. Sollte mein Flieger dennoch einmal in ungeplanter Art und Weise runter kommen, dann hat es mein Schicksal so wollen.

Montag, 22. Februar 2010

Die Bibel

Gleich vorweg: ich wurde zwar getauft, aber aufgrund meines damaligen Alters von wenigen Monaten kann ich beweisen, dass ich unzurechnungsfähig war und vermutlich auch nicht einmal nicht gefragt wurde. Etliche Jahre später, als die Kirche dann einen Anteil von meinem damals sehr dürftig ausgefallenen monatlichen Lohn haben wollte, nutzte ich meine inzwischen erlangte Volljährigkeit und machte die damals über meinem Kopf hinweg getroffene Entscheidung wieder rückgängig, indem ich austrat.


Ich bin nicht besonders christlich. Meine generelle Einstellung gegenüber Religionen ist zwar nicht völlig ablehnend, aber reichlich skeptisch und vorsichtig. Die Bibel des Christentums, das Buch "die Bibel" habe ich in jungen Jahren im Religionsunterricht einmal ansatzweise gelesen. Spätere Versuche scheiterten an Interesselosigkeit.

Aber kürzlich kam ich mit einem interessanten Projekt in Berührung. Der Schauspieler Ben Becker liest mit seiner geschulten Stimme die Bibel vor, begleitet von dramatischen Klängen eines Orchester. Das ist ein interessantes Experiment. Ich habe mir dann das entsprechende Hörbuch besorgt und ich gebe es zu... diese Art der Darstellung weckt mein Interesse.

Dienstag, 16. Februar 2010

Wünschen ist erlaubt

Ach.... manchmal würde ich mir wirklich wünschen, ich wäre ein Milliardär...

Carpe Diem

Nutze (und pflücke) den Tag

derzeit billigste Tankstelle in OÖ

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steppenhund - 22. Okt, 12:15
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