Lauf Hase, lauf

Wenn man von Wien nach Krems fährt, ist man einige Zeit auf einer 4-spurigen Schnellstrasse unterwegs. Es sind 130 km/h erlaubt und die beiden Richtungsfahrbahnen sind nicht durch Leitplanken sondern durch ein durchgehendes ca. 1,5m hohes Betonband getrennt.

Es passierte vor einiger Zeit. Ich fuhr am Morgen auf jener beschriebenen Strasse zu meinem Kunden nach Krems. Da sah ich vor mir einen kleinen Feldhasen, der verzweifelt versuchte per Sprung über dieses Betonband zu gelangen... aber natürlich scheiterte. Er sprang immer wieder an der Wand hoch, fiel wieder herunter und rannte dann im typischen Hasenzick-zack auf der Fahrbahn umher, wo die Autos mit ihren 130 km/h vorbeiflitzten. Ich blickte nach rechts und da wurde mir die tödliche Falle bewusst, in der sich der kleine Hase befand. Da war ein langer durchgehender Maschendraht, der die Tiere von der Fahrbahn fernhalten sollte. Der Hase hatte wohl irgendwo ein Schlupfloch gefunden und genau wegen dem Zaun konnte er nun nicht mehr zurück in den Wald. Links das Betonband, rechts der Zaun und in der Mitte die Fahrbahn, wo permanent Autos mit Höchstgeschwindigkeit daher kamen.

So gerne ich ihm geholfen hätte, aber leider war dies nicht möglich. Ich hätte den Hasen nie und nimmer mit der Hand einfangen und über den Zaun heben können. Also bin ich normal weitergefahren. Im Rückspiegel sah ich, dass er wieder versuchte über das Betonband zu springen.

Wenn ich derzeit wieder nach Krems fahre, fällt mir an der Stelle ab und zu der kleine Hase ein. Ich weiß natürlich nicht was aus ihm geworden ist und werde es wohl auch nie mehr erfahren. Vielleicht hat er damals doch noch irgendwie in den Wald zurückgefunden... ich glaube mal daran.
Also sprach nömix
am Samstag, 6. September 2008, 12:26 wie folgt:

Traurige Geschichte – sowas geht mir auch immer nahe. Einerseits sind die Wildabzäunungen entlang der Schnellstraßen ja notwendig (auf der S5 sowieso, weil da ständig die Donau-Auen daneben sind mit reichlich Wild) – umgekehrt schaffens die Tiere dann meistens nimmer raus, falls sie sich doch mal durch ein Schlupfloch auf die Fahrbahn verirren. Die Wild-Überbrückungen, die beim Autobahnbau mittlerweile immer mehr berücksichtigt werden, sollten da Erleichterung schaffen. (musste mich bei Deiner Geschichte übrigens an einen Elch erinnern, den ich mal gesehen hab.)

PeZwo - 6. Sep, 13:44

ja, eine traurige Geschichte.

Aber es gibt einen Hoffnungsschimmer. Ich fuhr am nächsten Tag zur gleichen Zeit die gleiche Strecke nochmals. Aber ich sah weder einen Tierkadaver noch einen "typischen" Fleck auf der Fahrbahn. Der kleine Hase könnte also doch überlebt haben.
steppenhund - 6. Sep, 17:03

Es macht mich immer betroffen, wenn ich einem Menschen oder einem Tier bei einem scheinbar unmöglichen Versuch beobachte.
-
Ich finde es aber nahezu lustig, dass nömix auf den Elch verlinkt hat, anläßlich dessen ich genau die Geschichte erzählt habe, die mir jetzt auch wieder spontan in den Sinn gekommen ist.

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