Die Schweizer Volksabstimmung, die sich für ein Minarettverbot ausgesprochen hat, schlägt große Wellen und ganz besonders wird die Folgewirkung auf andere europäische Länder befürchtet.
Vorgestern war ich in einem alten traditionellen Linzer Gasthaus und stellte fest, dass es mittlerweile ein China-Restaurant geworden ist. China-Restaurants, betrieben von Chinesen, gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Hört man je fremdenfeindliche Töne gegen Chinesen? Nein, ich kann mich nicht daran erinnern. Da scheint es diese sogenannte Ausländerfeindlichkeit nicht zu geben.
Bei Moslems und Islamisten ist das anders... was mich in Grunde auch nicht verwundert. Ich schrieb bereits einmal über die 8 schlimmsten Terroranschläge der letzten Jahre. Ich habe das Gefühl, dass die sicherlich in großer Überzahl befinden friedfertigen Moslems sich bis heute nicht so richtig darüber im Klaren sein dürften, dass die Religionsfanatiker auch ihrem Namen handeln. Und die Wirkung bleibt nicht aus. Die Bevölkerung hat schlicht und einfach das Gefühl bekommen, dass sie sich vor dem Islam schützen muss. Ob dies gerechtfertigt ist oder nicht, sei dahin gestellt. Es ist jedoch eine subjektive Realität geworden, die man sich nicht politisch weg wünschen wird können... spätestens nach dem nächsten Terroranschlag im Namen des Heiligen Krieges.
Diese Volksabstimmung ist eine durchaus logische und erwartbare Folge dieser Entwicklung.
PeZwo - Montag, 30. November 2009, 00:41 - Kategorie: Politik 199 mal gelesen
Ich bin gerade wieder in Duisburg und hörte diese Melodie aus einem Strassencafe... im Supermarkt... im Radio... im Fernsehen...
Natürlich gibt es in den Medien praktisch kein anderes Thema als den Mauerfall, damals am 9.11.1989. Während ich dies schreibe läuft im Sender N24 eine Chronologie der damaligen Ereignisse bis zur Auflösung der DDR. Damals wurden gewaltige positive Emotionen frei und obwohl ich die Bilder schon öfters gesehen habe, wirken sie auf mich immer noch.
Was ich heute noch als wirkliches Wunder empfinde ist die Tatsache, dass solche Veränderungen ohne einen einzigen abgegebenen Schuss möglich waren. Dieses Wunder hatte einige Väter, aber vor allem einen Übervater: Michail Gorbatschow.... für mich der menschlichste Politiker dieser Zeit... der, der es geschafft hat als Vorsitzender eines unmenschlichen Systems menschlich zu bleiben und dies auch konsequent durchzuhalten. Ich würde mich so freuen ihm dies mal persönlich sagen zu können.
PeZwo - Montag, 9. November 2009, 18:57 - Kategorie: Politik 63 mal gelesen
Arnold Schwarzenegger hat im Zuge seines Amtes natürlich mit den einen oder anderen Menschen so seine Auseinandersetzungen. Da gibt es u.a. auch den demokratischen Abgeordneten Tom Ammiano, der Schwarzenegger wegen dessen Veto gegen die Homo-Ehe die Worte „Leck mich an meinem schwulen Arsch!“ zukommen lies.
Dieser Abgeordnete erhielt kürzlich von Schwarzenegger ein Schreiben über die Finanzierung eines Hafenprojektes. Allerdings scheint in dem Brief eine verschlüsselte Botschaft zu stecken.
Dieser Brief im englischen Wortlaut (man lese die ganz linken Anfangsbuchstaben von oben nach unten):
To the Members of the California State Assembly:
I am returning Assembly Bill 1176 without my signature.
For some time now I have lamented the fact that major issues are overlooked while many unnecessary bills come to me for consideration. Water reform, prison reform, and health care are major issues my Administration has brought to the table, but the Legislature just kicks the can down the alley.
Yet another legislative year has come and gone without the major reforms Californians overwhelmingly deserve. In light of this, and after careful consideration, I believe it is unnecessary to sign this measure at this time.
Sincerely,
Arnold Schwarzenegger
Selbstverständlich wird diese Buchstabenfolge offiziell als reiner Zufall beschrieben. Vielleicht. Aber irgendwie will ich nicht so recht daran glauben... mir ist das zuviel Zufall und es wäre so richtig typisch für Arnie *lach*
PeZwo - Donnerstag, 29. Oktober 2009, 19:49 - Kategorie: Politik 98 mal gelesen
Ich erinnere mich an die Zeit vor etwas mehr als einem Jahr. Es war Wahlkampfzeit, die Nationalratswahlen standen bevor und die Parteien überschlugen sich geradezu vor sozialen Vorschlägen. Geld schien keine Rolle zu spielen. Am Ende machte dann Faymann Dank massiver Unterstützung vom EU-Hasser Onkel Hans das Rennen.
Zu dem Zeitpunkt der Wahl war die Wirtschaftskrise zwar noch nicht offiziell ausgerufen, aber deren Ausläufer waren bereits deutlich erkennbar (Lehmann Brothers gingen 2 Wochen vor der Wahl in Konkurs).
Ich bin mir sicher, dass die Parteichefs zu diesem Zeitpunkt schon ahnten was auf uns zukommt und dass sie ihre Vorschläge wohl kaum in die Realität umsetzen werden können. Aber sie schwiegen, versprachen und nun zeigt sich die knallharte Realität: weltweit explodierende Budgetdefizite und sparen, sparen, sparen.
Ich frage mich: was wäre wohl mit einem Parteichef passiert, der damals vor der Wahl das heutige Szenario öffentlich vorausgesagt und auch sein Wirtschaftsprogramm danach ausgerichtet hätte?
PeZwo - Dienstag, 20. Oktober 2009, 11:49 - Kategorie: Politik 107 mal gelesen
Ich schaue gerade die Diskussion im ORF2 anlässlich des 1. Todestages von Jörg Haider.
Es prallen wiedermal die beiden polarisierten Seiten aufeinander. Die einen verdammen ihn, ohne seine positiven Seiten sehen zu wollen. Die anderen glorifizieren ihn, ohne seine negativen Seiten sehen zu wollen (eine Ausnahme ist Norbert Steger, seine Worte sind sehr ausgewogen und ich stimme ihm zu).
Wenn man von diesen beiden extremen Ansichten den Mittelwert berechnet, dann dürfte dieser die Realität sehr gut widerspiegeln ;)
PeZwo - Sonntag, 11. Oktober 2009, 22:20 - Kategorie: Politik 92 mal gelesen
Unter einem roten Kanzler, der die FPÖ mit Nichtbeachtung besiegen wollte, stiegen sie von 1986 - 1999 auf... die jeweilige Reaktion der SPÖ auf blaue Gewinne nach einer Wahl bestand regelmäßig darin, dass das bisherige Verhalten noch weiter verstärkt wurden.
Unter einem schwarzen Kanzler stürzten sie in der Wählergunst gewaltig ab. Dessen offensichtliche recht effektive Methoden im Umgang mit der FPÖ wurden/werden bis heute geringschätzig abgetan.
Seit 2006 haben wir wieder einen roten Kanzler. Die Rezepte aus den 90-er Jahren wurden erneut übernommen und schon eilen die Blauen wieder von Sieg zu Sieg.
Vermutlich wird es für diese Abfolge jetzt wieder genug Begründungen geben, warum die Roten im Umgang mit der FPÖ immer schon alles richtig und die Schwarzen immer schon alles falsch machten. Und es wird zum ich-weiß-nicht-wievielten-Mal das Verhalten von Menschen vor 70 Jahren, die alle schon gestorben sind, für die Gegenwart herhalten müssen. Aber nur nicht die eigenen Strategien in Frage stellen oder vielleicht sogar dem politisch anderen Lager Anerkennung zukommen zu lassen. Den Schuld sind ja eh immer die anderen.
Und das Vorarlberger Wahlergebnis wird sich anderswo wiederholen und sie werden wieder nichts gelernt haben.
PeZwo - Sonntag, 20. September 2009, 23:24 - Kategorie: Politik 115 mal gelesen
Kürzlich sah ich im History-Channel eine Dokumentation über den sowjetischen Diktator Josef Stalin. Natürlich wusste ich vorher, wer er war. Ich wusste auch, dass er in der Geschichtsschreibung als brutaler Machtmensch gilt.
Aber diese Dokus zeigten mir die Dimension seines Wütens...
"Arbeits- und Besserungslager", die sogenannten Gulags
ethnische Säuberungen, von denen Balten, Polen, Ungarn, Rumänen, Deutsche genauso wie Kulaken“ (Großbauern) , Juden, Priester, Mönche... sogar ganze Volksstämme betroffen waren
um nur ein paar "Highlights" zu erwähnen. Der Mann, der nach heutigem medizinischen Wissensstand als hochgradiger Paranoiker diagnostiziert werden würde, gilt in einem Artikel des Spiegels als der prägendste Diktator des 20. Jahrhunderts.... trotz starker Konkurrenz. Es gibt nur grobe Schätzungen, wie viele Menschen direkt oder in Folge seiner Befehle ums Leben kamen.... da wären mal die 6 Millionen verhungerten Ukrainer, bei den Gulags schätzt man für den Zeitraum von 1918-1991 mit 39 Millionen Gulag-Toten, etliche Millionen Kriegsgefangene und dazu kommt noch die eine oder andere 2-stellige Millionen-Zahl, die unter "Sonstiges" fällt. Gegen solche Zahlen sehen andere zeitgenössische "Berufskollegen" geradezu wie Amateure aus.
In erster Linie liegt das daran, dass Stalin fast 30 Jahre!! lang an der Macht war und ungehindert wüten und morden konnte (1924-1953).
Ich frage mich warum ein Diktator von einer derartig zerstörerischen Dimension und kriminellen Energie heute kaum mehr in den internationalen Medien Erwähnung findet und nur mehr im geschichtlichen Zusammenhängen erwähnt wird.
PeZwo - Donnerstag, 14. Mai 2009, 12:09 - Kategorie: Politik 159 mal gelesen
Wie zu erwarten war, gibt es auf die Streichung der schulautonomen Tage heftige Reaktionen.
Heute in der Früh gab es zu diesem Thema zwei aufschlussreiche Interviews.
In den Nachrichten, der Gewerkschaftssprecher antwortet zu dem Thema "haben sich die Lehrer durchgesetzt?" sinngemäß: "es ist kein Schaden, wenn man eine starke Interessensvertretung hat".
Eine Stunde später. Die Ministerin Fr. Schmied steht Rede und Antwort. Sie berichtet, dass der Vorschlag "5 Tage mehr zu unterrichten" von der Gewerkschaft an sie herangetragen wurde und sie dieses Angebot unmöglich ablehnen konnte. Der Moderator fragt: "Die Gewerkschaft vertritt die Lehrer. Aber wer vertritt die Schüler?" und bekommt von der Frau Minister die zwischen den Worten vielsagende Antwort: "ich habe mich gewundert, warum sich die Schüler da hineinziehen haben lassen".
Da steckt die Wurzel des Unmutes. Die schulautonomen Tagen standen in dem Konflikt eigentlich nie zur Diskussion. Und dann hat man jenen, die der Streit eigentlich gar nicht unmittelbar betroffen hat und daher auch keine wirkliche Vertretung hatten, ohne eine Vorwarnung eine "Mehrarbeit" zugeschanzt. Besonders perfid ist die Tatsache, dass zuerst die Lehrer ihre Schüler im Vorfeld in Form von Demonstrationen für ihre Sache instrumentalisierten, aber ihnen offensichtlich ohne irgendeine Rücksprache bzw. Diskussion ganz plötzlich Belastungen auf's Aug drückten.
Ich fürchte, dass künftige Lehrerklagen über ihr schlechtes Image noch weniger Gehör und Verständnis finden werden als bisher.
PeZwo - Mittwoch, 22. April 2009, 08:34 - Kategorie: Politik 121 mal gelesen
Der Streit Lehrer vs. Bildungsministerin ist beendet, der Streik ist abgeblasen. Die zwei Stunden zusätzlicher Unterricht sind vom Tisch und die Lehrer scheinen sich durchgesetzt und gewonnen zu haben.
Wenn man aber genauer hinsieht, könnte dies ein ausgesprochener Pyrrhus-Sieg sein. Das Lehrervolk klagt seit langer Zeit darüber, dass sie in der öffentlichen Meinung sehr schlecht dastehen. Ich denke, dass dies zu Recht beklagt wird und sie in der Tat viel zu schlecht wegkommen. Aber die letzten Wochen werden ihr Image in keinem Fall verbessert haben... vermutlich werden sie Gesellschaftsranking noch weiter nach unten fallen... denn während rund um sie die Wirtschaftswelt ein klein wenig untergeht bürden sie recht geschickt anderen Gruppen die Belastungen auf.
Mit dem Streichen der schulautonomen Tage müssen nicht sie sondern ihre Schüler länger arbeiten (weil die Lehrer an diesen Tagen ohnehin nicht frei gehabt hätten). Treffen wird es auch jene Eltern, die diese Tage dazu nutzten mit den Kindern im Herbst/Frühling einen Kurzurlaub zu machen. Da sich Schüler keinen Urlaub nehmen können, sind ab nun solche Aktivitäten nur noch mehr in offiziellen Ferienzeiten möglich (wo daher üblicherweise alles überteuert und überrannt ist).
Sie schafften es auch, dass die Zahlungen für die Unterrichtsgebäude nicht aus ihrem Budget sondern aus dem allgemeinen Steuertopf kommen und somit dem Steuerzahler aufgebürdet wurden.
Was ist nun der konkrete Beitrag der Lehrer? Sie verzichten auf ein paar Zulagen und an den bisherigen autonomen Tagen stehen sie im Klassenzimmer und müssen genau mit jenen Schülern arbeiten, über die d'rübergefahren wurde und die diese zusätzlichen Tage nun auf Aug gedrückt bekommen haben. Viel Vergnügen!
Ich kann mir absolut nicht vorstellen, dass dies das öffentliche Image der Lehrer auch nur ein ganz klein wenig verbessern wird und bezweifle, ob sie über diesen "Sieg" auf lange Sicht glücklich sein werden.
PeZwo - Dienstag, 21. April 2009, 13:07 - Kategorie: Politik 133 mal gelesen
Die momentan heißeste Story der österreichischen Journalistenlandschaft ist nicht der Inzest-Prozeß sondern die neu aufgetauchten Vorwürfe, dass das kürzlich verstorbene österreichische Urgestein Helmut Zilk für die tschechischen Regierung von 1965-1968 als Spion tätig war und gegen Geld Informationen geliefert hatte.
Die Vorwürfe sind nicht neu, aber neu sind die Beweise... die jetzt öffentlich gemachte Akte von Helmut Zilk des tschechoslowakischen Geheimdienstes inklusive von ihm unterschriebene Empfangsbestätigungen für ungefähr 70.000,-- Schilling wird als echt angesehen.
Die sonntägliche Diskussion in ORF2 über dieses Thema könnte irgendwann mal den Status "legendär" erhalten. Die Witwe Dagmar Koller und sein ehemaliger Mitarbeiter Kurt Scholz haben Helmut Zilk zwar sehr emotional, aber recht unsachlich verteidigt... es war teilweise hart an der Peinlichkeitsgrenze. Gut, seiner Witwe kann man dies nachsehen, Hr. Scholz hätte aber sachlicher sein müssen. Der Ex-ORF-Chef Gerd Bacher war mir zum ersten Mal direkt sympathisch... er fand klare Worte, auch gegenüber Dagmar Koller: "die Beweise scheinen echt zu sein und es ist eine Journalistenpflicht diese auch zu veröffentlichen und die Wahrheit zu suchen".
Jetzt wird öffentlich herumdiskutiert und herumspekuliert, ob man die über 40 Jahre alte Sache nicht auf sich beruhen hätte lassen sollen... dass man man bei der Beurteilung die damalige spezielle Situation des Kalten Krieges berücksichtigen sollte oder ob Zilk damals vielleicht sogar in eine Falle gelockt worden ist usw... was mich aber recht erstaunt. Ginge es nicht um Spionage sondern z.B. um Nationalsozialismus, dann würde man nicht mal auf die Idee kommen solche Fragen zu formulieren, geschweige diese in der Öffentlichkeit zu stellen.
Aber, auch wenn ich mich hiermit als Zilk-Fan oute... ich denke , dass dass es richtig ist die Sachlage zu veröffentlichen. Ich werde aber, unabhängig vom Ergebnis, meine positive Meinung über ihn behalten. Auch wenn die Öffentlichkeit von ihren Helden immer absolute Makellosigkeit verlangt, so ist es eben nicht. Der Grat zwischen "Gut" und "Böse" ist schmal und seine Grenzen sind so oft eine Tochter der Zeit. Und das gilt nicht nur für öffentiche Helden.
PeZwo - Montag, 23. März 2009, 09:04 - Kategorie: Politik 180 mal gelesen