Asyldebatte

Österreichs politische Landschaft wird zurzeit von einer massiven Asyldebatte über das Abschieberecht beherrscht. Aufgrund eines aktuellen Anlaßfalles soll die Handhabung des Bleiberechtes überdacht werden.

Auch wenn die Optik dieses Falles (ein junges und hübsches Mädchen erweckt nunmal viele Beschützerinstinkte) die Medien aktiviert hat und diese sich auf den Innenminister einschiessen... und auf die Gefahr hin, dass auch ich mich vielleicht Kritik aussetze...

... so kann ich Günter Platter dennoch verstehen. Ein von der gesamten Regierung (also auch von der SPÖ) beschlossenes Gesetz unter dem Druck eines Anlaßfalles zu ändern öffnet künftigen entsprechenden ähhhh.... Verhaltensstrategien Tür und Tor... wie der Fall eines Asylanten in Steyr zeigt. Die Familie ist zu einem Zeitpunkt illegal nach Österreich gekommen (von einer bezahlten Schlepper-Bande hierhergebracht), wo kein Krieg mehr im Kosovo herrschte und Teile der Familie sind hier bereits mit dem Gesetz in Berührung gekommen. Somit ist die Abschiebung entsprechend der geltenden Gesetzeslage durchaus vertretbar.

Ich will das Gesetz selbst gar nicht verteidigen oder befürworten. Ich denke, dass es legitim ist, wenn jetzt eine Diskussion geführt wird und es ist legitim, wenn die Diskussion in weiterer Folge vielleicht zu einer Änderung der geltenden Praxis mit Asylanten führt.

Die Änderungen sollen aufgrund der Diskussion passieren. Ich halte es für gar nicht gut, wenn man anlaßbezogen nachgibt. Sobald der momentane Jubel verklingt und sich die Medien den neuen tagesaktuellen Themen zuwenden, zeigen sich üblicherweise die Nachteile von solchen erzwungenen und unüberlegten Entscheidungen....

... und überdies ich möchte nicht wissen, was passiert wenn bei einem Nachgeben ein Familienmitglied später erneut mit dem Gesetz in Berührung gerät....
Also sprach flyhigher
am Mittwoch, 10. Oktober 2007, 09:14 wie folgt:

du hast recht. mehr kann ich dazu nicht sagen, ich hab mich dem thema nur spärlich gewidmet, als es anfing durch medien und zeitungen zu geistern war ich grad in Barcelona, daher lasse ich mich mit meinen halbinformationen zu keinen wertungen hinreissen.

PeZwo - 10. Okt, 09:39

Hmmm Barcelona... da war ich vor 2 Jahren... leider nur auf der Durchreise einen Vormittag lang. Wir schafften aber eine 2-stündige Stadtrundfahrt mit einem Bus und spazierten auf der Rambla bis zum Hafen... die Stadt hat mir sehr gut gefallen.
flyhigher - 10. Okt, 10:18

Die Stadt ist wunderschön, aber dreckig und laut. Ich freue mich, dort gewesen zu sein, ich möchte nicht ums Verrecken dort leben, und ich muss auch kein zweites Mal mehr hin (auch wenn ich durch eine noch geplante Schiffsreise wahrscheinlich Barcelona nochmal anfahren werde).
Also sprach silmanja
am Mittwoch, 10. Oktober 2007, 09:29 wie folgt:

ich kann deine argumentation nachvollziehen - und wenn die krone (wie ich gestern im radio gehört hat) mit "Gnade vor Recht" titelt, gerade das Medium das so gerne hetzt, kann man sich schon fragen.

Andererseits freue ich mich auch, dass diese oft so fremdenfeindliche gesellschaft doch ein bisschen aufwacht, wenn es ein "Schicksal" mit einem "Gesicht" gibt - dann wird das Gesetz auf einmal greifbarer, und mehr Leute fragen sich ob das geltende Recht nicht eigentlich Unrecht ist -

PeZwo - 10. Okt, 09:44

das Problem von einem (jedem?) Gesetz ist oft, dass es nur durch Zufall exakt auf den jeweiligen Fall passt. Manchmal ist es zum Vorteil, manchmal zum Nachteil von Menschen, wobei hier auch die jeweilige Weltanschauung bei der Beurteilung viel mitspielt.

Ich sehe in der ganzen Sache auch einen "Vorteil": ich habe diese überlangen Dauer der Verfahren immer als ganz schlecht eingestuft. Und in diesem Fall ist auch die Problematik durch die lange Zeit entstanden. Hoffentlich wachen die Behörden auf und kürzen die Entscheidungswege entsprechend ab.
Also sprach teacher
am Donnerstag, 11. Oktober 2007, 20:21 wie folgt:

1. Vielleicht ist das Gesetz einfach unmenschlich.
2. Ich muss in solchen Fällen sofort an meine SchülerInnen denken, die aus diesem Raum stammen. Sobald man mit ihnen persönlichen Kontakt hat, möchte man sie nicht mehr zurückschicken. Sie verdienen unseren Schutz und unsere Hilfe, weil sie Kinder sind, egal woher.

steppenhund - 11. Okt, 21:45

ad 1)

Die Unmenschlichkeit beginnt nicht bei "dem Gesetz". Die Unmenschlichkeit beginnt beim Wegsehen, wenn woanders etwas passiert, was eigentlich nicht passieren dürfte, weil man = wir zu bequem ist/sind. Ich denke da an den Balkankrieg, in dem zB ein Mock lange vor der Eskalation gewarnt hat, dass Europa eingreifen muss, bevor das große Blut fließt.
Es hat dann der Amerikaner bedurft, um das Kriegsgeschehen zu stoppen.
Umgekehrt plädiert Bush dafür, dass der Genozid an den Armeniern auf Wunsch der Armenier nicht "Genozid" bezeichnet wird. Aus taktischen Gründen.
Ich halte das Schweigen in so einem Fall (aus taktischen Gründen) für eine der Grundlagen, warum auf anderen Gebieten "unmenschliche Gesetze" entstehen. Der Wert des menschlichen Lebens, das Recht auf Erfüllung entartet zu einer Farce. Damit wird die Sensibilität vernichtet.
Ich selbst folge aber in dem Fall der Argumentation von p2, wobei ich jetzt allerdings nicht weiß, worin die Gesetzesverletzungen bestanden haben.
PeZwo - 11. Okt, 21:53

@steppenhund
Genau weiß ich es auch nicht. Es wurde mal in einem Artikel angedeutet, dass der Bruder einmal wegen Körperverletzung, gefährliche Drohung oder Raufhandel von der Polizei verhaftet wurde.
steppenhund - 11. Okt, 22:06

Sollte es sich tatsächlich um ein Gewaltdelikt handeln, stimme ich vorbehaltlos für eine Abschiebung. Es ist ein Faktum, dass der Umgang mit Gewalt im ehemaligen Jugoslawien ein anderer ist, als ich es bei uns gerne sehe.

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