Woodstock

Gerade läuft auf ORF2 seit 3 Stunden der Kinofilm über das berühmte Woodstock-Festival 1969.

Ich weiß nicht mehr genau, wann ich den Film zum ersten Mal gesehen habe... es war irgendwann Mitte der Siebziger Jahre in einem Kino. Ich war ein junger Teenager, naiv, weltfremd, langhaarig, Hardrockfan mit einem verbotenen Hang zu ABBA*g* und gemeinsam mit meinen besten Freunden betrachteten wir die Bilder auf der Leinwand als wären sie aus einer anderen Welt. Danach sprachen wir tagelang von den damals propagierten Lebensbotschaften, die speziell durch diesen Film verbreitet wurden. Ich hatte zu jener Zeit meine erste richtige Gitarre, kämpfte schon mit den Grundakkorden und versuchte - frustriert, weil meine Töne um so viel anders klangen als wie jene von Ritchie Blackmore oder Jimmy Page - endlose Stunden lang erfolglos die Musik von Woodstock nachzuspielen. Ich weiß noch, dass ich mir den Film öfters ansah und er wurde für mich, meine Einstellung und meine Musik fast wie eine Bibel.

Heute, ca. 30 Jahre später, sehe ich den Film zum ersten Mal seit damals wieder. Zwischenzeitlich hat sich so viel verändert. Meine Haare sind nicht nur sehr viel kürzer, sie haben die Farbe und teilweise auch sich selbst verloren. Woodstock sehe ich nun viel nüchtener. Der aus dem Festival gemachte Mythos ist wesentlich größer als das Festival selbst. Kaum jemand weiß, dass es gar nicht in der Stadt Woodstock stattfand. Die Bürger wollten damals nicht, dass so viele Hippies in ihren Ort kamen, so spielten sie ca. 100 km von der Stadt entfernt (was aber die heutigen Bürger in Woodstock nicht davon abhält mit dem Namen des Festivals gutes Geld zu machen :))

Ich empfinde jedoch heute die damalige Musik viel ehrlicher als wie das Meiste der heutigen Szene. Die Gitarren waren zwar teilweise grausam verstimmt und die damalige Analog-Technik machte im Gegensatz zu den heutigen digitalen Möglichkeiten keine Fehler wieder gut. Aber sie machten alles mit unglaublichen Enthusiasmus und unbändigen Einsatz wieder wett.... auch wenn viele von ihnen vollgepumpt mit Drogen auf der Bühne gestanden sind. Und hier wurde so manche Weltkarriere gestartet, wie z.B. jene vom Raubein Joe Cocker, der damals mit der wirklich genialen Version von "With A little Help from my friends" berühmt wurde.


Auch wenn sich seit damals meine Haare und überhaupt mein ganzes Aussehen sehr stark verändert hat, von meinen damaligen Idealen sind allerdings doch ein paar übrig geblieben... wenn auch in einer modifizierten, der Realität angepassten Form.

Meine Freunde, mit denen ich damals im Kino war, habe ich schon viele, viele Jahre nicht mehr gesehen. Das wäre eigentlich ein lohnendes Vorhaben, sie wieder mal zu treffen. Mal schauen, vielleicht setze ich diese Idee irgendwann in die Realität um :)
Also sprach flyhigher
am Montag, 17. August 2009, 07:46 wie folgt:

Ich bin zu jung für Woodstock. Stelle ich immer wieder fest.

PeZwo - 17. Aug, 10:11

du hättest dort aber gut hingepasst ;)
flyhigher - 17. Aug, 10:29

Bin mir nicht sicher, ob das ein Kompliment ist...
creature - 17. Aug, 10:46

das ist sicher ein kompliment, oder würdest lieber hören, "in ein büro passt sie gut".
das will doch niemand wirklich!
flyhigher - 17. Aug, 11:02

*lach* da gäbe es jetzt viele verschiedene Sichtweisen... und: irgendwie scheint doch "Büro" zu mir zu passen, ich sitze ja schließlich in einem.
creature - 17. Aug, 11:04

aber nicht freiwillig!
das geld, das geld..;(
flyhigher - 17. Aug, 12:33

so gesehen stimmt das auch wieder ;-)
PeZwo - 18. Aug, 09:14

@fly

Dort waren unkonventionelle Typen gefragt ;)
Also sprach derbaron
am Montag, 17. August 2009, 16:33 wie folgt:

Ian Anderson hat am freitägigen Jethro-Tull-Konzert verkündet: "1969, das war das Jahr der Mondlandung, von Woodstock und der Jethro Tull-Gründung. Jethro Tull war nicht bei Woodstock, weil wir mögen keine Hippies. Ausser Martin Barre (bald 70-jähriger Jethro Tull-Gitarrist der ersten Stunde mit langen weissen Haaren). Und Martin wird daher auch im nächsten Song ein funky-freaky-hippie-Solo spielen."
;-)

PeZwo - 18. Aug, 09:15

:)

Die Aussage: "wir mögen keine Hippies" ist nicht uninteressant...
derbaron - 18. Aug, 11:09

War aber nicht ernstgemeint. Britischer Humor halt. ;-)
Also sprach turntable
am Mittwoch, 19. August 2009, 12:18 wie folgt:

deine gitarrenkünste haben sich seither aber definitiv verbessert, du könntest nun direkt nach Richie Havens auftreten;-)
bei Woodstock möchte ich auch heute noch nicht dabeigewesen sein. es wird nun aus nostalgischer sowie kommerzieller sicht alles toll dargestellt, doch war wegen überfüllung alles dicht gedrängt. wenn man einen halbwegs guten platz hatte, aufstehen mußte und keiner in freihielt war er weg. man war dann im niemandsland. weiters gab es aus organisationsgründen zu wenig zu essen und trinken sowie teilweise schlechte drogen. das festival erinnerte eher an eine legebatterie als an love & peace.
generell geht der großteil bei solchen mega open airs zu 75% wegen dem happening und zu 25% wegen der musik.
nebenbei könntest du ja für deine freunde ein Woodsock-revival-treffen organisieren;-)
grüße

PeZwo - 19. Aug, 12:37

*lach*

Bei Ritchie Havens konnte man gut auf das Griffbrett blicken... ich glaube er dürfte nur mit einer offenen Stimmung gespielt haben... mit der linke Hand benutzte er kaum einen üblichen Akkord... meistens drückte er mit Daumen, Zeige- und Mittelfinger einfach die Saiten auf einem Bund zusammen. Und man sah auch, dass ihm während einem Song gleich mehrere Saiten gerissen sind.

Ja, das Festival war eigentlich eine exzessive Drogenparty und eine organisatorische Katastrophe... und vermutlich genau deswegen wurde es so legendär. Bezeichnender Ausspruch eines Konzertbesuchers: "es war leichter jemanden zum Vögeln zu finden als ein Frühstück zu bekommen"*g*

Ich wäre trotzdem gerne dabei gewesen.
turntable - 19. Aug, 12:43

na klar, besser etwas zum vögeln in der hand als frühstück am dach;-)
nebenbei glaube ich noch, daß bei den musikern technische feinheiten und präzises spiel sekundär waren. hauptsache die stimmung paßte.
grüße

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