Der Streit Lehrer vs. Bildungsministerin ist beendet, der Streik ist abgeblasen. Die zwei Stunden zusätzlicher Unterricht sind vom Tisch und die Lehrer scheinen sich durchgesetzt und gewonnen zu haben.
Wenn man aber genauer hinsieht, könnte dies ein ausgesprochener Pyrrhus-Sieg sein. Das Lehrervolk klagt seit langer Zeit darüber, dass sie in der öffentlichen Meinung sehr schlecht dastehen. Ich denke, dass dies zu Recht beklagt wird und sie in der Tat viel zu schlecht wegkommen. Aber die letzten Wochen werden ihr Image in keinem Fall verbessert haben... vermutlich werden sie Gesellschaftsranking noch weiter nach unten fallen... denn während rund um sie die Wirtschaftswelt ein klein wenig untergeht bürden sie recht geschickt anderen Gruppen die Belastungen auf.
Mit dem Streichen der schulautonomen Tage müssen nicht sie sondern ihre Schüler länger arbeiten (weil die Lehrer an diesen Tagen ohnehin nicht frei gehabt hätten). Treffen wird es auch jene Eltern, die diese Tage dazu nutzten mit den Kindern im Herbst/Frühling einen Kurzurlaub zu machen. Da sich Schüler keinen Urlaub nehmen können, sind ab nun solche Aktivitäten nur noch mehr in offiziellen Ferienzeiten möglich (wo daher üblicherweise alles überteuert und überrannt ist).
Sie schafften es auch, dass die Zahlungen für die Unterrichtsgebäude nicht aus ihrem Budget sondern aus dem allgemeinen Steuertopf kommen und somit dem Steuerzahler aufgebürdet wurden.
Was ist nun der konkrete Beitrag der Lehrer? Sie verzichten auf ein paar Zulagen und an den bisherigen autonomen Tagen stehen sie im Klassenzimmer und müssen genau mit jenen Schülern arbeiten, über die d'rübergefahren wurde und die diese zusätzlichen Tage nun auf Aug gedrückt bekommen haben. Viel Vergnügen!
Ich kann mir absolut nicht vorstellen, dass dies das öffentliche Image der Lehrer auch nur ein ganz klein wenig verbessern wird und bezweifle, ob sie über diesen "Sieg" auf lange Sicht glücklich sein werden.
PeZwo - Dienstag, 21. April 2009, 13:07 - Kategorie: Politik 869 mal gelesen