Die Roten haben gewonnen wurden stimmenstärkste Partei.
Aber bei genaueren Hinsehen haben sie dennoch eine recht schwierige Position. Aufgrund ihrer selbstgewählten ideologischen Einschränkungen haben sie - wie 2006 - nur einen Partner... die ungeliebte ÖVP. Die SPÖ hat dann das zusätzliche Problem, dass eine Wiederauflage der GroKo in der Bevölkerung mit Sicherheit extrem schlecht aufgenommen werden würde ("die Regierung der Verlierer", "zu was haben wir denn jetzt gewählt?") und dies die Rechten Parteien für die Zukunft sicher weiter Stimmen bringen würde.
Die ÖVP hat hingegen eine Alternative... sie könnten auch eine Neuauflage mit FPÖ/BZÖ machen. Das stärkt ihre Verhandlungsposition. Es haben zwar ein paar Chefs eine Zusammenarbeit mit bestimmten anderen ausgeschlossen, aber ich nehme das alles nicht so ernst. Vor der Wahl wird gesagt was Stimmen bringt und nach der Wahl wird getan was den Zielen der Partei und einem selbst nützt. Es ist ein Zeichen von politischem Geschick eventuelle Differenzen zwischen dem Sagen und dem Handeln dem Volk plausibel zu verkaufen(nicht jeder ist so plump wie Gusi).
Vielleicht gibt es auch eine Minderheitsregierung der SPÖ mit rechter Duldung, wäre ja nicht das erste Mal. Dann hätten wir wohl spätestens in 2 Jahren wieder eine Wahl. Aber wenn man sich ansieht, was da in den letzten Wochen weitergegangen ist, kann permanentes Wählen durchaus eine Alternative sein. Vielleicht sollte man gleich die Legislaturperiode auf 2 Jahre verkürzen...*g*
In Summe ist das passiert, was zu befürchten war. Es wird nix besser werden.
PeZwo - Sonntag, 28. September 2008, 18:27 - Kategorie: Politik 701 mal gelesen
Ich komme gerade von der Wahlurne zurück. In ca. 3 Std. gibt es die ersten Hochrechnungen.
Ich bin ziemlich ratlos was das Ergebnis betrifft. Vor 2 Wochen hätte ich noch auf einen SPÖ Sieg gewettet, aber am Ende schien Faymann etwas die Luft auszugehen... aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen spritzte er die Diskussionen bei den Privatsendern und auch bei den letzten Duellen wirkte er nicht mehr sehr souverän.
Bei Pater Willi war es umgekehrt. Erst am Ende zeigte er die Emotionen und den Willen, den er von Anfang an benötigt hätte.
Aber egal, fix scheint mir nur dass der Sieger - wer immer es sein möge - mit dem Verlierer eines gemeinsam haben wird: er wird eine historisch niedriges Stimmenergebnis eingefahren haben. Ich wäre nicht mal sehr überrascht wenn sich die von Faymann gewünschte Neuauflage der GroKo schon deswegen nicht mehr möglich sein wird, weil die beiden Parteien zusammen schlicht und einfach nicht mehr die dazu notwendigen 50% erreichen werden.
Gleichzeitig wäre ich auch nicht besonders erstaunt wenn FPÖ und BZÖ zusammengerechnet den 2. Platz wenn nicht sogar erster erreichen.
In 3 Stunden werden wir wahrscheinlich klüger sein.
PeZwo - Sonntag, 28. September 2008, 13:38 - Kategorie: Politik 1390 mal gelesen
Eine Stunde vor Beginn traf ich mich mit Cheridwen vor der Stadthalle und 15 Min. später waren wir auf der großen Stehfläche vor der Bühne... relativ weit vorne, im ersten Drittel würde ich sagen.
Dann begann das übliche Warten, die (nicht besonders gute) Vorgruppe spielte einige Songs, die Bühne wurde umgebaut, dann wieder das leider bei solchen Konzerten übliche, quälende Warten... aus den Lautsprechern tönte Sphärenmusik. Dann eine ganz besondere Einleitung: plötzlich ertönte laut und deutlich der Donauwalzer von Johann Strauss aus den Lautsprechern!! Die Menge begann im Takt mitzuschwingen und da wußte man: jetzt geht es los *kreisch*kreiiiiiiiisch*
Sie begannen mit einer Instrumentalnummer:
Dann kam Song auf Song.
Coldplay wird immer wieder etwas mit U2 verglichen. Es gibt in der Tat ein paar Parallelen, der Musikstil ist entfernt vergleichbar, klassische Bandaufteilung: Schlagzeug, Bass, E-Gitarre und Gesang. Der Coldplay-Fontman Sänger Chris Martin unterscheidet sich dann doch deutlich von Bono. Bono ist der wesentlich bessere Entertainer, Chris hingegen ist der musikalische Arbeiter. Die Stimme von Bono wirkt nach fast 30 Jahren manchmal etwas verbraucht, die Stimme von Chris klingt auf der Bühne ähnlich klar wie auf den Studioaufnahmen. Beide spielen dann und wann mit der akustischen Gitarre mit, aber Chris spielt zusätzlich auch noch Klavier... und wie!!! Ich finde er ist ein hervorragender Pianist.
Hier mein Lieblingssong von Coldplay, er hat mir von dem ganzen Konzert auch am meisten gefallen. Das war gänsehautwürdig, wie den letzten Teil das Publikum ganz alleine gesungen hat und Coldplay nur begleitet haben... was von der Band auch einen Applaus eingebracht hat.
Sie taten einiges für das Publikum... ungefähr nach einer Stunde verschwanden sie plötzlich von der Bühne. Ich dachte noch: "das kann es doch nicht schon gewesen sein", da tauchten sie plötzlich am anderen Ende des Saals auf und spielten dort mitten im Publikum 2 Songs.
Als sie ihren aktuellen Hit "Viva La Vida" spielten kochte der Saal
Aber der Höhepunkt der Show war ein anderer. Ein ganz besonderen Effekt ließen sie sich bei dem Song "Lovers in Japan" einfallen. Da fielen von der Decke der Halle ein Regen von bunten Papierschmetterlingen herab. Da war definitiv geil, die Musik und rundherum wie in einem dichten Schneefall die herumwirbelnden Schmetterlinge .... und ich mittendrin.
Sie spielten ca. 100 Minuten, dann noch "Yellow" als Zugabe
1. Life In Technicolor
2. Violet Hill
3. Clocks
4. In My Place
5. Speed Of Sound
6. Cemeteries Of London
7. Chinese Sleep Chant
8. 42
9. Fix You
10. Strawberry Swing
11. God Put A Smile Upon Your Face
12. Talk
13. The Hardest Part
14. Postcards From Far Away
15. Viva La Vida
16. Lost!
17. The Scientist
18. Death Will Never Conquer
19. Viva La Vida
20. Politik
21. Lovers In Japan
22. Death And All His Friends
23. Yellow
Molterer hat mich heute in dem Fernsehduell gegen Faymann positiv überrascht. Ich hätte ihn nicht als so emotional und angriffslustig eingeschätzt. Faymann war die meiste Zeit in der Defensive. Wenn ich da an das erste Duell von Molterer (das gegen Haider) denke, dann muss ich sagen dass er sich enorm gesteigert hat. Aber ob dies reichen wird?
Ich habe alle Duelle gesehen, aber in Summe sah ich keinen einzigen wirklich überzeugenden Politiker.
Als Person hat mich Van der Wauwau noch am ehesten überzeugt. Aber leider sind da ein paar Giftpilze in dieser Partei, die die Grünen für mich absolut unwählbar machen.
Faymann war für mich in dem Moment als möglicher Kanzler disqualifiziert als er sich in Sachen EU in dieser einzigartig peinlichen Weise an die Kronenzeitung angebiedert hat... so wie geschehen. So ein Mensch soll Österreich führen? Nein, ich werde am Sonntag NICHT die Krone SPÖ wählen.
Strache hat in diesem Staat die Aufgabe die linken Gesellschaftsromantiker in Schach zu halten. Das macht er ganz gut. Aber an die Macht würde ich ihn nie lassen. Er gehört nicht zu jenen Menschen denen ich zutrauen würde mit Macht umgehen zu können.
Haider hat mich positiv überrascht. Ich hielt ihn immer schon für einen brillanten Politiker, der aber leider sich und seine Fähigkeiten emotional nicht immer im Griff hatte. Die umfassende Niederlage gegen Schüssel und die Zeit haben ihn scheinbar etwas reifer werden lassen. Leider ist er in seiner Mini-Partei eine One-Man Show. Da ist sonst nix.
Am Anfang war ich von Molterer entsetzt. Da hat ihm die SPÖ mit dem unsäglichen Gusenbauer und den roten Wirren im Frühling den Weg zum Kanzler regelrecht geebnet, er hatte mit der Aufkündigung der Koalition auch das Gesetz des Handelnds... und verschlief alles. Ein schwacher ÖVP-Wahlkampf und ein ganz schlechtes erstes Fernsehduell ließen seinen Vorsprung dahinschmelzen. Die letzten beiden Wochen scheint er aufgewacht zu sein und heute hatte er jene Performance, die er von Anfang an hätte zeigen sollen. Vielleicht zu spät.
Aber wen soll ich nun wählen? Vielleicht doch eine Kleinpartei (das LIF würde grundsätzlich in Frage kommen)?. Ich weiß es nicht, ich weiß es wirklich nicht. Vermutlich werde ich es - wie immer schon - immer noch nicht wissen, wenn ich am Sonntag aus der Türe gehe um das Wahllokal aufzusuchen.
PeZwo - Dienstag, 23. September 2008, 23:02 - Kategorie: Politik 746 mal gelesen
Gestern wurden in den Nachrichtensendungen zwei Themen berührt, die eine Woche vor der Wahl eine ziemliche Brisanz haben.
Erst wurde gemeldet, dass die Autodiebstähle von professionellen Ost-Europabanden stark zugenommen haben... Wasser auf die Mühlen von FPÖ, BZÖ und jenen, die vor der Grenzöffnung gewarnt haben bzw. eine Blamage für die, die von einer ständig sinkenden Kriminalitätsrate sprechen.
Dann trat der Vorsitzende der Universitätsrektoren in der ZIB2 vor die Kamera und sprach sich gegen eine Abschaffung der Studiengebühren bei der Parlamentssitzung am Donnerstag aus.
Es wird in der Politik nie so viel gelogen wie unmittelbar vor einer Wahl. Am Donnerstag sollen... ich glaube... 54 Anträge im Parlament durchgeboxt werden wie u.a. die Abschaffung der Studiengebühren und die Senkung der MWST. Momentan hat in den Köpfen der Politiker nur die Wahl am Sonntag Platz und sie agieren wohl nach dem Motto: "jetzt geht es nur um die Stimmen und später können wir ggf. eh wieder alles korrigieren".
Es steht zu befürchten, dass diese Taktik vom Bürger belohnt werden wird.
PeZwo - Dienstag, 23. September 2008, 09:19 - Kategorie: Politik 1524 mal gelesen