Denkmalschändung
Die momentan heißeste Story der österreichischen Journalistenlandschaft ist nicht der Inzest-Prozeß sondern die neu aufgetauchten Vorwürfe, dass das kürzlich verstorbene österreichische Urgestein Helmut Zilk für die tschechischen Regierung von 1965-1968 als Spion tätig war und gegen Geld Informationen geliefert hatte.
Die Vorwürfe sind nicht neu, aber neu sind die Beweise... die jetzt öffentlich gemachte Akte von Helmut Zilk des tschechoslowakischen Geheimdienstes inklusive von ihm unterschriebene Empfangsbestätigungen für ungefähr 70.000,-- Schilling wird als echt angesehen.
Die sonntägliche Diskussion in ORF2 über dieses Thema könnte irgendwann mal den Status "legendär" erhalten. Die Witwe Dagmar Koller und sein ehemaliger Mitarbeiter Kurt Scholz haben Helmut Zilk zwar sehr emotional, aber recht unsachlich verteidigt... es war teilweise hart an der Peinlichkeitsgrenze. Gut, seiner Witwe kann man dies nachsehen, Hr. Scholz hätte aber sachlicher sein müssen. Der Ex-ORF-Chef Gerd Bacher war mir zum ersten Mal direkt sympathisch... er fand klare Worte, auch gegenüber Dagmar Koller: "die Beweise scheinen echt zu sein und es ist eine Journalistenpflicht diese auch zu veröffentlichen und die Wahrheit zu suchen".
Jetzt wird öffentlich herumdiskutiert und herumspekuliert, ob man die über 40 Jahre alte Sache nicht auf sich beruhen hätte lassen sollen... dass man man bei der Beurteilung die damalige spezielle Situation des Kalten Krieges berücksichtigen sollte oder ob Zilk damals vielleicht sogar in eine Falle gelockt worden ist usw... was mich aber recht erstaunt. Ginge es nicht um Spionage sondern z.B. um Nationalsozialismus, dann würde man nicht mal auf die Idee kommen solche Fragen zu formulieren, geschweige diese in der Öffentlichkeit zu stellen.
Aber, auch wenn ich mich hiermit als Zilk-Fan oute... ich denke , dass dass es richtig ist die Sachlage zu veröffentlichen. Ich werde aber, unabhängig vom Ergebnis, meine positive Meinung über ihn behalten. Auch wenn die Öffentlichkeit von ihren Helden immer absolute Makellosigkeit verlangt, so ist es eben nicht. Der Grat zwischen "Gut" und "Böse" ist schmal und seine Grenzen sind so oft eine Tochter der Zeit. Und das gilt nicht nur für öffentiche Helden.
Die Vorwürfe sind nicht neu, aber neu sind die Beweise... die jetzt öffentlich gemachte Akte von Helmut Zilk des tschechoslowakischen Geheimdienstes inklusive von ihm unterschriebene Empfangsbestätigungen für ungefähr 70.000,-- Schilling wird als echt angesehen.
Die sonntägliche Diskussion in ORF2 über dieses Thema könnte irgendwann mal den Status "legendär" erhalten. Die Witwe Dagmar Koller und sein ehemaliger Mitarbeiter Kurt Scholz haben Helmut Zilk zwar sehr emotional, aber recht unsachlich verteidigt... es war teilweise hart an der Peinlichkeitsgrenze. Gut, seiner Witwe kann man dies nachsehen, Hr. Scholz hätte aber sachlicher sein müssen. Der Ex-ORF-Chef Gerd Bacher war mir zum ersten Mal direkt sympathisch... er fand klare Worte, auch gegenüber Dagmar Koller: "die Beweise scheinen echt zu sein und es ist eine Journalistenpflicht diese auch zu veröffentlichen und die Wahrheit zu suchen".
Jetzt wird öffentlich herumdiskutiert und herumspekuliert, ob man die über 40 Jahre alte Sache nicht auf sich beruhen hätte lassen sollen... dass man man bei der Beurteilung die damalige spezielle Situation des Kalten Krieges berücksichtigen sollte oder ob Zilk damals vielleicht sogar in eine Falle gelockt worden ist usw... was mich aber recht erstaunt. Ginge es nicht um Spionage sondern z.B. um Nationalsozialismus, dann würde man nicht mal auf die Idee kommen solche Fragen zu formulieren, geschweige diese in der Öffentlichkeit zu stellen.
Aber, auch wenn ich mich hiermit als Zilk-Fan oute... ich denke , dass dass es richtig ist die Sachlage zu veröffentlichen. Ich werde aber, unabhängig vom Ergebnis, meine positive Meinung über ihn behalten. Auch wenn die Öffentlichkeit von ihren Helden immer absolute Makellosigkeit verlangt, so ist es eben nicht. Der Grat zwischen "Gut" und "Böse" ist schmal und seine Grenzen sind so oft eine Tochter der Zeit. Und das gilt nicht nur für öffentiche Helden.
am Montag, 23. März 2009, 09:11 wie folgt:
Dennoch fand er immer noch (Stichwort Gusenbauer) die richtigen Worte zur richtigen Zeit.
wende? wo?
Und wenn man sich heute die damaligen desaströsen Umfragewerte im Bereich so um die 20% so ansieht, dann kann man das heute durchaus als Wende bezeichnen.
und wenn nach einer rot-schwarzen koalition und einer wahl wieder eine rot-schwarze koalition am ruder ist, dann ist von einer wende nicht zu sprechen.
wahrscheinlich auch besser so, eine richtige wende wäre wohl derzeit das letzte, was wir brauchen.
Ich meinte eine Wende für die SPÖ, nicht für das gesamte Österreich.
mit der "wende" in der spö hast du teilweise recht: jetzt sind noch konturlosere "personen" an der spitze...
ich bleibe dabei: gusenbauer-bashing war, nahezu zeitgleich mit seiner bundeskanzlerwerdung, niemals ein tabuthema. sowohl medien als auch die eigene partei hat sich von anfang an gegen ihn gestellt. seine eigene eitelkeit verhinderte, das zu sehen und entsprechend gegenzusteuern. genau darin sehe ich auch seine zentrale führungsschwäche: mangelnde selbsterkenntnis.
leute wie faymann oder pröll haben dafür kaum etwas zu erkennen... weil da leider nichts ist.
die paar faymannheiten sind sicher rasch geklärt...