Freitag, 1. April 2011

Beziehungssachen

Das Handy läutet. Ein alter Freund und Musikerkollege ist dran. Schnell merke ich, er hat kein konkretes Anliegen. Er will mich wieder einmal in ein Gespräch über seine laufende Beziehung verwickeln.

Ok, warum nicht. Ich habe Zeit.



Ich höre zu, auch wenn ich eh schon weiß, was ich alles hören werde... denn ich kenne ihn nur zu gut. Er ist ein liebenswürdiger und liebenswerter Mensch, aber in Beziehungsfragen ist er ein schrecklicher Negativ-Denker... nicht der "Glas ist halbleer" sondern der "Glas ist ganz leer"-Typ.


Er denkt erwartungsgemäß wieder mal darüber nach, seine seit einigen Jahren bestehende Beziehung zu beenden und schildert mir die Gründe dafür.

Es ist nichts Neues dabei. Alles schon etliche Male zuvor von ihm gehört, nur in etwas anderen Worten verpackt.... "wir sind zu unterschiedlich", "sie versteht mich zu wenig", "wir wohnen zu weit auseinander", "keine Beziehungszukunft" bla, bla, bla und usw.


Als ich ihn vor vielen Jahren kennen lernte, war er auch in einer offensichtlich unglücklichen Beziehung. Er wurde nicht müde zu schildern, wie sehr ihm so viele Dinge an seiner damaligen Frau störten. Als ein Jahr später nicht er sondern SIE die Beziehung beendete, erwartete ich in Anbetracht seiner ständigen und vielfältigen Kritik an seiner Beziehung von ihm eine Reaktion der Erleichterung. Aber zu meiner Überraschung kam diese nicht. Ganz im Gegenteil. Er verfiel geradezu. Auch seine Sichtweise über diese Beziehung änderte sich dramatisch. Er fiel ins andere Extrem. Kein Wort der Kritik mehr. Plötzlich idealisierte er seine Frau geradezu.

Die nächsten Jahre verbrachte er als Single... ein Zustand unter dem er permanent litt. Vor 4 Jahren lernte er jedoch seine jetzige Freundin kennen... eine hübsche, umgängliche und intelligente Frau, die mit beiden Beinen im Leben steht und auf die man sich wirklich verlassen kann. Eine Frau fürs Leben halt. Entsprechend vergötterte er sie und sie konnte praktisch nichts falsch machen. Aber nach ungefähr 2 Jahren begann es mir aufzufallen. Wenn er über seine Beziehung sprach, dann wurden ihre anfangs noch so hoch gelobten positiven Seiten kaum mehr erwähnt. Dafür begann die Kritik zu wachsen. Keine dramatischen Sachen. Im Prinzip alles nur Alltäglichkeiten. Es dauerte nicht mehr lange und es klang alles wieder so wie vor vielen Jahren, als er über seine damalige Frau sprach.


Nach einer halben Stunde Telefonat kam die erwartete indirekte Frage. Soll er Schluss machen?

Ich sagte ihm meine ehrliche Meinung: da alleine zu leben für ihn keine Option ist, wird er irgendwann wieder eine neue Beziehung eingehen. Da wird die Gefahr sehr groß sein, dass er wieder in sein schon bekanntes Schema verfallen wird... am Anfang alles zu idealisieren, um später bei seiner ihm eigenen negativen Denkweise unweigerlich wieder ins andere Extrem zu verfallen. Das bedeutet, er würde mit einem anderen Partner nichts gewinnen sondern lediglich die heutigen Probleme A und B gegen die künftigen Probleme C und D tauschen. Er hätte jedoch wieder eine Person verloren, die es wert gewesen wäre.

50 % einer Beziehung ist man immer selbst und ich denke, an diesen 50% sollte man auch arbeiten, bevor man vorschnell das Handtuch wirft (das Beziehungsende läuft ihm nicht davon). Der heilige Gral der Beziehunglehre besteht nicht darin, dass man keine Hürden und Schwierigkeiten hat... sondern, dass man diese jene mit seinem Partner gemeinsam meistert.


Ich weiß nicht, ob meine Botschaft bei ihm angekommen ist. Er ist ein erwachsener Mensch, es ist sein Leben und er muss mit seinen Entscheidungen leben und klar kommen. Sollte er sich doch gegen seine Beziehung entscheiden, braucht er sich danach jedenfalls bei mir nicht ausheulen.

Donnerstag, 31. März 2011

unappetitlich

In Japan geht es um Strahlenmesswerte und Ausweitung von Sperrzonen. In Ö3 diskutiert man schon den ganzen Morgen darum, ob ein Mann im Stehen oder im Sitzen pinkeln soll.

Heute habe ich zum ersten Mal den Ö3-Wecker abgedreht.

Montag, 28. März 2011

Dances with wolves

Das Jahr 1990, in dem dieser Film herauskam, gehörte zu der "dunklen" Zeit in meinem Leben. Als "der mit dem Wolf tanzt" in unseren Kinos gespielt wurde, nahm ich ihn nicht wahr. Erst bei der Oscar-Verleihung wurde ich auf ihn aufmerksam.

Eigentlich war dies ein Glück, denn anfangs wurde in den Kinos ohnehin nur der sogenannte kurze "Director's Cut" gezeigt (das Filmstudio hatte Angst, dass die Überlänge von 4 Stunden nicht akzeptiert werden würde und kürzte den Film auf 3 Stunden). Ein Jahr, nachdem "der mit dem Wolf tanzt" 7 Oscars gewonnen hatte, kam der Streifen nochmals in die Kinos... aber dieses Mal in der vollen Länge. Dieses Mal ließ ich ihn mir nicht entgehen.

Es ist ganz schwer für mich zu schildern, welchen unglaublichen Eindruck dieser Film damals auf mich machte. Ich vergaß Zeit und Raum, die 4 Stunden Laufzeit vergingen wie im Fluge. Ich ging völlig in der Handlung auf... ich wurde im Prinzip zu einem Teil des Filmes. Diese unglaublichen Bilder der endlos weiten amerikanischen Prärie, die Story von dem Soldaten der bei den Indianern sowohl zu sich selbst als auch seine Liebe fand, die Harmonie der Indianergemeinschaft im Kontrast zu dem Verhalten der weißen Soldaten... all das traf mein damaliges Seelenleben direkt ins Schwarze. Nach dem Film benötige ich mehrere Stunden, um emotional wieder in die Wirklichkeit zurück zu finden. Seit diesem Tag gehört "der mit dem Wolf tanzt" für mich zu den wenigen ganz, ganz besonderen Filmen.

Letztes Wochenende sah ich ihn mir nach langer Zeit zu Hause auf Blue-Ray an. Auch wenn mein heutiges Leben mit dem damaligen Leben nichts mehr gemeinsam hat, hat der Film für mich nichts von seiner Emotionalität verloren. Er schafft es immer noch, mich 4 Stunden lang zu fesseln.


Schön war's, ihn wieder zu sehen.

Sonntag, 27. März 2011

Verlustanzeige

Heute Nacht hat mir jemand etwas gestohlen. Mir fehlt eine Stunde.

Ja, ok. Blöder Scherz. Und außerdem ist die Stunde eh nur geliehen. Ich bekomme sie ja ein einem halben Jahr wieder zurück. Aber ich höre heute im Ö3-Wecker eine Reportage über eine interessante Entwicklung in Russland. Die stellen zwar heute auch auf die Sommerzeit um, aber sie stellen die Uhr im Herbst nicht mehr zurück. Moskau verzichtet auf die Winterzeit. Das war immer schon Lieblingsvariante in diesen ständigen Sommer/Winterzeitdiskussionen. Haben die mein Blog gelesen*ggg*?

Denn ich verlange diese eine Stunde nicht wieder zurück und hätte nicht das geringste Problem damit, wenn wir uns in diesem einem konkreten Fall mal an Russland ein Beispiel nehmen.

Samstag, 26. März 2011

Verloren

Nein, ich meine nicht das gestrige Fußballspiel gegen Belgien. Ich meine den Kampf gegen die Atomkatastrophe in Fukushima. Die Strahlenwerte außerhalb steigen massiv an. Wahrscheinlich haben sich die Brennstäbe schon durch den Boden geschmolzen. Dieser Atom-Unfall wird Tschernobyl übertreffen... damals war es "nur" ein kollabierender Reaktor, jetzt sind es mehrere. Außerdem droht eine Zugabe in Form einer Vergiftung durch Plutonium. Ich fürchte nach wie vor, dass der Höhepunkt der Katastrophe erst kommen wird.

Nicht genug, dass vor Europas Haustüre Bürgerkrieg herrscht... der Westen hat sich auch noch in den libyschen Konflikt mit hineinziehen lassen.

Und mit Portugal kracht neben Griechenland und Irland bereits in dem dritten Euro-Land das Finanzsystem zusammen. Mangel an künftigen Kandidaten herrscht nicht.



Vielleicht haben die diversen Hellseher recht und 2012 geht wirklich die Welt unter. Aber nicht in der kolportierten Form. Es wird möglicherweise nur unsere heile Welt sein, die untergeht.

Carpe Diem

Nutze (und pflücke) den Tag

derzeit billigste Tankstelle in OÖ

zuletzt geschrieben

die Katze TWODAY
... und wieder geht es trotz aller Widrigkeiten weiter....
PeZwo - 5. Apr, 07:54
Oh wie wahr. Erstens...
Oh wie wahr. Erstens beabsichtigte ich nie, hier...
PeZwo - 13. Jan, 19:03
na das ist doch schon...
na das ist doch schon was. Die erste Antwort seit über...
PeZwo - 13. Jan, 18:57
Sag
niemals nie. waltraut von siebensachen
waltraut - 13. Jan, 18:25
dann geb ich ihnen jetzt...
la-mamma - 13. Jan, 17:46

Rückblick

Mail an mich unter

User Status

Du bist nicht angemeldet.

derzeitige CDs im Auto


Coldplay
Viva la Vida


Coldplay
X & Y


Reinhard Mey
Bunter Hund

Status

Online seit 7794 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 15. Jul, 02:09

Suche

 

Location

Visitor locations

Multicounter


Alltag
Around the Blog
Auftritte und Konzerte
Computer
Duisburg
Filme und Fernsehen
Fun
Gedanken
Gitarrenrunde
Ich
Impressum
Island
Job
Krank
Musik
Politik
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren